Diagnostik & Therapie

Fachbereiche & Mitarbeiter

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Das Team vom KIZE Sekretariat begrüßt Sie herzlich.

Das Team des KIZE setzt sich aus Mitarbeitern unterschiedlicher Fachbereiche zusammen. Die Behandlung unserer Patienten erfolgt interdisziplinär, was bedeutet, dass von der Diagnostik, über die Therapie bis hin zur Beratung von Bezugspersonen enge Absprachen zwischen allen beteiligten Mitarbeitern der einzelnen Fachbereiche stattfinden. Darüber hinaus sind wir im Gespräch mit allen, die an der Behandlung, Förderung und Erziehung der Kinder und Jugendlichen beteiligt sind, und stehen in Kontakt mit den ambulant behandelnden Kollegen. Die Beratung, Anleitung und der regelmäßige Austausch mit den Eltern und Bezugspersonen ist ein wichtiger Bestandteil unseres Behandlungs- und Therapiekonzepts.

Das Team des KIZE setzt sich aus folgenden Fachbereichen zusammen:

Medizin

Zu den Aufgaben der Ärzte gehören neben der Leitung und Koordination der verschiedenen Behandlungsmaßnahmen im Haus die Diagnostik, Beratung und Therapie.

Unser ärztliches Team besteht aus Fachärzten für Kinder- und Jugendmedizin und Fachärzten für Kinder- und Jugendpsychiatrie (beide teilweise mit Zusatzbezeichnungen Neuropädiatrie oder Psychotherapie) und Assistenzärzten.
Neben den im Folgenden beschriebenen Aufgabenbereichen bietet das ärztliche Team unterschiedliche Spezialsprechstunden an, welche durch Konsile externer Partner ergänzt werden.

Diagnostik

  • Anamnese
    • Gespräch mit den Eltern
    • Interview mit dem Kind / Jugendlichen mit Einverständnis
    • Gespräch mit allen, die an der Behandlung, Förderung und Erziehung beteiligt sind
  • Interne und (entwicklungs-) neurologische Untersuchung
  • Untersuchung der geistigen, seelischen und sozialen Fähigkeiten (auch mit standardisierten Fragebögen und Testverfahren)
  • Apparative Untersuchungen
  • Laboruntersuchungen
  • Gegebenenfalls Empfehlung von Untersuchungen in weiteren Fachkliniken oder bei weiteren Fachärzten (Orthopädie, Genetik im Kinderzentrum)
  • Diagnosestellung nach Auswertung aller Ergebnisse sowie interdisziplinär nach Rücksprache mit allen beteiligten Mitarbeitern

Therapie

  • Beratung über notwendige Maßnahmen und Therapien (z. B. bzgl. Hilfsmitteln, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Psychomotorik etc.)
  • Begleitung therapeutischer Maßnahmen
  • Psychotherapeutische Maßnahmen (v. a. auf verhaltenstherapeutischer Grundlage)
  • Medikamentöse Therapie (Einleitung und gegebenenfalls Begleitung)
  • Elternberatung
  • Umfeldbezogene Beratung (z. B. von Schulen und von Kindergärten)
  • Umfeldbezogene Maßnahmen
    • Koordination mit anderen Stellen (Netzwerkarbeit)
    • Krisenintervention

Stationärer Bereich

Im stationären Bereich haben die Ärzte ferner folgende Aufgaben:

  • Erstellung und Überwachung eines patienten- und umfeldbezogenen Behandlungsplanes mit allen Fachdisziplinen und erreichbaren, individuellen Zielen
  • Einleitung und Beurteilung von komplexen diagnostischen Maßnahmen (z. B. EEG-Video-Langzeitmonitoring)
  • Koordination und Supervision aller medizinischen Behandlungsmaßnahmen
  • Gemeinsame Koordination und Supervision der nicht-medikamentösen Behandlungsmaßnahmen mit den Psychologen
  • Koordination, Supervision sowie Umsetzung von komplexen Heil- und Hilfsmittelplänen
  • Gemeinsame Supervision milieutherapeutischer Maßnahmen mit den Psychologen

Psychologie

Zu den Aufgaben der PsychologInnen/Psychologischen PsychotherapeutInnen gehört die Diagnostik, Beratung und Therapie von Auffälligkeiten und Problemen im Bereich des Verhaltens und der Leistungsfähigkeit, z. B. in der Bewältigung des Alltags oder des schulischen Bereichs.

Diagnostik

  • Im Gespräch mit Eltern bzw. Bezugspersonen wird die ärztliche Anamnese ergänzt.
  • Bei Bedarf erfolgt zusätzlich eine eigene ausführliche Erhebung der gegenwärtigen psychosozialen Problematik und der bisherigen Entwicklung einschließlich Analyse des familiären oder sonstigen sozialen Umfeldes.
  • Bei Bedarf werden mit Genehmigung der Eltern relevante Informationen von anderen Bezugspersonen des Kindes (z. B. ErzieherInnen, LehrerInnen) erhoben.
  • Häufig werden Entwicklungs- und Intelligenztests durchgeführt, um Aussagen über Entwicklungsstand und Begabungsniveau der Kinder und Jugendlichen machen zu können.
  • Eventuelle Teilleistungsschwächen werden sorgfältig mit Lese-, Rechtschreib- und Rechentests analysiert.
  • Verhaltensfragebögen sowie spezielle Fragebögen z. B. zu ADHD und autistischen Störungen (Frühkindlicher Autismus/ Asperger-Syndrom) werden oft von bzw. mit den Eltern oder anderen Bezugspersonen ausgefüllt, um Symptome und Verhaltensauffälligkeiten diagnostisch einordnen zu können.
  • Je nach Fragestellung werden zusätzlich weitere Verfahren, wie z. B. standardisierte Beobachtungsverfahren, zur Diagnosefindung eingesetzt.
  • Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der psychologischen Diagnostik ist die Beobachtung im freien Spiel (bei kleineren Kindern) oder die Exploration (bei Schulkindern und Jugendlichen).
  • Die Diagnosestellung erfolgt im interdisziplinären Austausch mit allen beteiligten Mitarbeitern.

Beratung

Je nach Fragestellung werden die Eltern und evtl. andere Bezugspersonen beispielsweise

  • über das diagnostizierte Störungsbild informiert
  • bzgl. der empfohlenen Fördermöglichkeiten und der Schullaufbahn sowie im Umgang mit den Symptomen/ Verhaltensauffälligkeiten/ der Behinderung ihres Kindes beraten und unterstützt

Psychotherapie

Bei den auf den Stationen aufgenommenen Patienten folgen umfangreiche psychotherapeutische Maßnahmen:

  • Intensive Verhaltenstherapiemaßnahmen, mit Anleitung und Beratung der Eltern sowie mit Einbeziehung aller am Kind tätigen Berufsgruppen
  • Systemische Eltern-Kind-Therapien mit Einbeziehung der gesamten Familie
  • Gesprächstherapeutische Techniken
  • Einsatz nicht-verbaler Techniken wie z. B. Spieltherapie, musikalisch-therapeutische Maßnahmen, bildnerische und gestalterische Maßnahmen in Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen z. B. HeilpädagogInnen, LehrerInnen, ErzieherInnen oder ErgotherapeutInnen.
  • In bestimmten Fällen auch tiefenpsychologische Therapiemethoden, z. B. im Sinne von Traumatherapien.

Die milieutherapeutische Arbeit auf Station wird gemeinsam mit den behandelnden Ärzten supervidiert und an die Bedürfnisse der Kinder angepasst.

Psycho- und soziotherapeutische Maßnahmen sind eng mit dem gesamten Behandlungsteam, insbesondere mit funktionellen Therapien (Schwestern, ErzieherInnen, HeilpädagogIn, ErgotherapeutInnen, LogopädInnen, LehrerInnen, sowie Ärzten) verzahnt und mit etwaigen medikamentösen Maßnahmen gut abgestimmt.

Die psychotherapeutischen Maßnahmen im ambulanten Bereich z. B. von Ess- und Schlafstörungen, Enuresis und Enkopresis, Angst- und Zwangsstörungen, Tics erfolgen mit Hilfe verhaltenstherapeutischer und/ oder systemischer Techniken, ebenfalls in interdisziplinärem Austausch mit den anderen beteiligten Berufsgruppen.

Im Einzelnen werden folgende Maßnahmen angeboten:

  • Verhaltenstherapeutische Maßnahmen mit Anleitung des Umfeldes
  • Lösungsorientierte und strategische Kurzzeittherapien
  • Begleitende Gesprächspsychotherapie, z. B. bei Traumata, bei Krisenbewältigungen, bei medikamentösen Therapien oder bei der Bewältigung von Behinderungen
  • Gruppentherapeutische Maßnahmen evtl. in Zusammenarbeit auch mit anderen Berufsgruppen zur Stärkung der sozialen Kompetenz, des Selbstbewusstseins und der Selbststeuerung
  • Elterngruppenarbeit, z. B. im Umgang mit Kindern mit ADHS (Störung der Aktivität und Aufmerksamkeit)

Im ambulanten Bereich sind aus krankenkassentechnischen Gründen in der Regel leider keine intensiven psychotherapeutischen Maßnahmen (1x/Woche und mehr) möglich. In Sonderfällen können bei einzelnen Krankenkassen Ausnahmen nach entsprechendem Antragsverfahren erwirkt werden.

Physiotherapie

Das Aufgabengebiet der PhysiotherapeutInnen umfasst die Diagnostik, Beratung und Therapie in Bezug auf die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit des Körpers des Kindes. Eine wichtige Aufgabe besteht außerdem in der optimalen Hilfsmittelberatung, -erprobung und -versorgung. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit verschiedenen Sanitätshäusern und dem interdisziplinären Team, teilweise auch im Rahmen von kinderorthopädischen Konsilsprechstunden.

Ein Schwerpunkt der Physiotherapieabteilung besteht in der Behandlung und Begleitung von Kindern mit Zerebralparese bzw. anderen Lähmungen. Hierbei arbeiten die PhysiotherapeutInnen eng mit den anderen therapeutischen Abteilungen und spezialisierten Ärzten im Haus sowie externen Kollegen (Kinderorthopädische Kliniken in Aschau sowie an der Universität Heidelberg) zusammen. Innerhalb des Kinderzentrums begleiten die PhysiotherapeutInnen, neben dem behandelnden Arzt, die Kinder und Eltern auch im Rahmen der „Botox-Sprechstunde“.

Diagnostik

Zuerst erfolgt eine Befragung zur bisherigen Entwicklung und Therapiemaßnahmen. Um die Entwicklung des Kindes im Bereich der Motorik einschätzen zu können, erfolgt dann eine genaue Beobachtung der Spontanmotorik und des Bewegungsverhaltens. Zusätzlich können standardisierte Test- und Diagnostik-Verfahren eingesetzt werden.

Therapie

Auf der Basis der Diagnostik werden individuelle alltagsrelevante Ziele mit den Eltern bzw. Bezugspersonen erarbeitet. Diese Ziele werden dann im Rahmen der Therapie in verschiedenen Situationen umgesetzt. Dabei kommen unter anderem folgende Behandlungsmethoden zum Einsatz:

  • Hand-on-Therapieverfahren
  • Alltagsorientierte Therapie nach dem Bobath-Konzept mit intensiver Elternanleitung
  • Stehtraining, besonders mit der Stehorthese nach „Hirschfeld“
  • Gangtraining (nach 2-dimensionaler videobasierter Ganganalyse (DARTFISH®)
  • Constraint-Induced-Movement Therapy (CIMT) sowie HABIT
  • Therapie nach Vojta mit intensiver Elternanleitung
  • Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation (PNF)
  • Klassische Physiotherapie wie z.B. Rückenschule, Haltungsschulung, Dehntechniken, Konditionstraining, Adipositasgymnastik
  • Craniosacrale Therapie
  • Manuelle Therapie
  • Shiatsu
  • Fußreflexzonen-Therapie
  • Wassertherapie bzw. Bewegungstherapie im Bewegungsbad z.B. nach McMillan.
  • tegestützte Verfahren
  • Overground-Walking mit Gewichtsentlastung (LITEGAIT®)
  • Laufbandtraining mit Gewichtsentlastung (LITEGAIT®)
  • Laufbandtraining mit elektromechanisch unterstütztem Gangtraining (PEDAGO®)
  • Vibrationstraining als Ganzkörpertraining sowie untere Extremitäten (GALILEO®-Kipptisch)
  • Vibrationstraining als Training für gezielte Körper- und Extremitätenbereiche (auch Hand-Arm-Schulter-Bereich) (GALILEO®-Powerplate sowie GALILEO®-Handgerät)
  • Ergometer (MOTOMED®)
  • Crosstrainer
  • Stepper
  • Ergometerfahrrad
  • Die Therapieverfahren dienen dem Erhalt, der Verbesserung bzw. der Wiedererlangung motorischer Fertigkeiten und Fähigkeiten. Sie dienen speziell auch der postoperativen Nachsorge bei Kindern mit Zerebralparese. Die Beratung und Anleitung der Eltern und Bezugspersonen sowie der regelmäßige Austausch mit ihnen, aber auch mit den Therapeuten vor Ort sowie den zuweisenden Ärzten ist ein wichtiger Bestandteil des gesamten Therapieprozesses.

 

Ergotherapie

Das Aufgabengebiet der ErgotherapeutInnen und HeilpädagogInnen umfasst die Diagnostik, Beratung und Therapie in Bezug auf die Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Schule/Kindergarten und Freizeit. Ziel der Ergotherapie/Heilpädagogik ist es, Handlungskompetenzen im täglichen Leben individuell zu entwickeln, wiederzuerlangen und/oder zu erhalten. Die Umgebung, d. h. die Familie, die Bezugspersonen im Kindergarten oder in der Schule und das sonstige soziale Umfeld wird bei uns regelmäßig einbezogen und beraten.

Diagnostik

Im gemeinsamen Gespräch erfragt der/die TherapeutIn die für das Kind und die Familie bedeutungsvollen Betätigungen aus den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit. Neben der gezielten Befragung und Beobachtung werden hierbei auch standardisierte Test- und Diagnostikverfahren eingesetzt wie, z. B.

  • die Movement Assessment Battery for Children-2 (M-ABC-2)
  • der Frostigs Entwicklungstest der visuellen Wahrnehmung-2 (FEW-2)
  • die Münchner Funktionelle Entwicklungsdiagnostik (MFED)
  • die kinematische Schreibanalyse

Diese Verfahren unterstützen bei der Einschätzung des Entwicklungsstandes des Kindes in einzelnen Bereichen wie beispielsweise Fein- und Grobmotorik oder visuelle Wahrnehmung.

Therapie

Die mit dem Kind sowie den Bezugspersonen bzw. dem sozialen Umfeld gemeinsam erarbeiteten Zielsetzungen bilden die Grundlage für die Therapie. In deren Rahmen werden die individuellen Aktivitäten – wie beispielsweise Kleider anziehen, Essen, Malen, Schreiben, Fahrrad fahren – gemeinsam umgesetzt bzw. die Voraussetzungen dazu erarbeitet. In der Therapie werden bewährte sowie neue, v. a. evidenzbasierte, theoretische Konzeptionen wie verhaltenstherapeutische und systemische Denkansätze berücksichtigt. In Einzel- oder Gruppentherapien werden z. B. Verfahren, wie CO-OP (Cognitive Orientation to daily Occupational Performance) oder Bobath eingesetzt. Die Beratung und Anleitung der Eltern und Bezugspersonen sowie der regelmäßige Austausch mit ihnen ist ein wichtiger Bestandteil des gesamten Therapieprozesses. Des Weiteren forscht das Kinderzentrum auf dem Gebiet der Ergotherapie eigenständig, ist an der Entwicklung von Versorgungsleitlinien maßgeblich beteiligt sowie national und international vernetzt.

Logopädie

Das Aufgabengebiet der LogopädInnen umfasst die Diagnostik, Beratung und Therapie in Bezug auf Störungen in der Kommunikation, der Sprache, des Sprechens, der Stimme, des Schluckens sowie der Nahrungsaufnahme (Esstherapie). Zusätzlich werden audiometrische Untersuchungen, inklusive Diagnostik von auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWS) durchgeführt.

Diagnostik

Die LogopädInnen erfragen die für das Kind bzw. die Familie bedeutsamen Einschränkungen im Bereich der Kommunikation und Nahrungsaufnahme. Dann bestimmen sie den Entwicklungsstand bzw. die Fertigkeiten des Kindes im Bereich der Kommunikation und der Sprache oder untersuchen die Mund- / Schluckmotorik. Dies erfolgt sowohl durch Beobachtung (z. B. der Spontansprache) als auch unter Einsatz standardisierter Test- und Diagnostikverfahren. Auf dieser Basis werden individuelle alltagsrelevante Ziele mit den Eltern sowie sonstigen Bezugspersonen erarbeitet bzw. mit externen Therapeuten abgesprochen.

Therapie

Die Diagnostik bildet dann die Grundlage für die Therapie. Um auf die individuellen Bedürfnisse des Kindes adäquat eingehen zu können, werden dabei unterschiedliche Therapieansätze angewendet:

  • Bei Störungen in der Kommunikation werden Methoden der unterstützten Kommunikation eingesetzt, wie beispielsweise:
  • Gebärden
  • Symbolgestützte Kommunikation (z.B. PECS)
  • Einfache und komplexe elektronische Kommunikationshilfen
  • Bei Sprach- und Sprechstörungen unter anderem:
  • Die Patholinguistische Therapie
  • Grammatik- und Wortschatztherapie nach Silke Kruse
  • Handlungsorientierte Therapie
  • Das Therapiekonzept nach Zollinger
  • Stottertherapie nach Sandrieser / Schneider
  • Psycholinguistisch orientierte Phonologie Therapie (P.O.P.T.) nach Fox
  • Taktkin®, KoArt, Mc Ginnis
  • Elternanleitung, z.B. “Schritte in den Dialog”
  • Bei Schwierigkeiten in der Nahrungsaufnahme und des Schluckens sowie Störungen des Essverhaltens:
  • Brondo
  • F.O.T.T® für Kinder
  • Castillo Morales
  • Interdisziplinäre und individuelle Herangehensweise

Die Beratung und Anleitung der Eltern und Bezugspersonen sowie der regelmäßige Austausch mit ihnen ist ein wichtiger Bestandteil des gesamten Therapieprozesses. Durch ihr breites Erfahrungsspektrum und hohen Qualifikationsgrad mit Spezialwissen in verschiedenen Gebieten ist die Logopädie auch aktiv in der Fortbildung involviert.

Motopädie

Die Motopädie/Psychomotorik beruht auf der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass nicht nur die motorische Entwicklung, sondern auch die emotionale, sprachliche, soziale und kognitive Entwicklung des Kindes eng mit seinen Erfahrungs- und Lernmöglichkeiten im Bewegungsbereich zusammenhängt. Sie schafft den Rahmen, in dem das Kind Erfahrungen mit sich selbst, der Gruppe und Materialien machen kann. Die Motopädie/Psychomotorik wird neben der Behandlung von motorischen Koordinationsstörungen und Dyspraxien auch z. B. bei emotionalen Störungen, Verhaltensstörungen, Autistischen- und Persönlichkeitsstörungen, eingesetzt. Dabei verfolgt sie neben den individuellen Zielen des Kindes unter anderem folgende Zielsetzungen:

  • Erweiterung der sozialen Kompetenzen
  • Stärkung des Selbstwertgefühls
  • Verbesserung von Koordination und Bewegung
  • Förderung des kreativen Ausdrucks in Sprache und Bewegung
  • Unterstützung von Logopädie und Ergotherapie sowie gesprächspsychotherapeutischer Arbeit

Die Therapie umfasst im Wesentlichen folgende Inhalte:

  • Bewegungsorientierte Rollenspiele
  • Körperwahrnehmungsübungen
  • Soziale Interaktionsspiele
  • Konstruktionsaufgaben
  • Entspannungsübungen/Yoga
  • Gleichgewichts- und Koordinationstraining
  • Darstellendes Spiel
  • Pantomime/Tanz

Motopädie/Psychomotorik wird in Einzeltherapien, in Gruppen mit 3 bis 6 Kindern sowie in gemeinsamen Therapien mit Eltern und Kindern durchgeführt. Spezielle Arbeitsfelder der Psychomotorik sind im Kinderzentrum die verhaltensmodifikatorische Therapie bei Kindern mit Tic-Störungen und Tourette-Syndrom. Die Eltern und Kinder werden hier spezifisch beraten.

Pflege

Das Team der Pflege setzt sich zusammen aus:

  • Gesundheits- und KinderkrankenpflegerInnen
  • Gesundheits-und KrankenpflegerInnen,
  • HeilerziehungspflegerInnen und
  • Jugend- und HeimerzieherInnen

Unterstützt werden diese von Auszubildenden, PraktikantInnen und Absolventen des Freiwilligen Sozialen Jahres bzw. Bundesfreiwilligendienstes.

Eltern-Kind Station

Auf der Eltern-Kind Station unterstützt das Team die Eltern bei deren selbstständiger Pflege und Betreuung ihrer Kinder. Sie sind Ansprechpartner für Eltern und Kinder und bilden eine wichtige Schnittstelle im interdisziplinären Team durch ihre Arbeit im stationären Alltag.

Kinder- und Jugendlichen Station

Auf der Kinder- und Jugendlichen Station sind die Mitarbeiter der Pflege wichtige Bezugspersonen der Kinder im stationären Alltag. Vier Fachkräfte mit pflegerischer und/oder pädagogischer Berufsausbildung und ein bis zwei Auszubildende, Praktikanten oder Absolventen des Freiwilligen Sozialen Jahres bzw. Bundesfreiwilligendienstes bilden ein festes Gruppenteam. Ihre wesentlichen Aufgaben bestehen in der allumfassenden, ganzheitlichen Pflege und pädagogischen Betreuung der Kinder und Jugendlichen sowie dem interdisziplinären Austausch über den stationären Alltag.

Medizinisch-technischer Funktionsdienst (EEG und Labor)

Der Aufgabenbereich dieser Abteilung umfasst die Unterstützung der Ärzte zur Diagnosefindung und Therapiekontrolle.

Hierzu gehören:

  • EEG mit Provokationsmöglichkeiten und Video
  • EEG Ableitungen im Wach- und Schlafzustand nach Schlafentzug
  • Langzeit EEG mit Monitoring und simultaner Videoaufzeichnung
  • EKG
  • Elektroneurographische Untersuchungen (NLG, SEP)
  • Medizinisches Labor

Ein Team aus medizinischen Assistentinnen führt diese Untersuchungen an modernsten technischen Geräten nach internationalen wissenschaftlichen Richtlinien durch.
Das Medizinische Labor wird durch mehrere Fachlabore in Zusammenarbeit mit Universitätskliniken unterstützt und bietet somit ein breites Spektrum.

Untersuchungsprogramm

Intern durchführbare Laboruntersuchungen:

  • Notfalldiagnostik mit Blutgasanalyse
  • Blutzuckerbestimmungen
  • Urinuntersuchungen sowie Schnelltest durch Teststreifen
  • H2-Atemtest
  • Entzündungswerte durch BSG

 

Bestimmung von Laborparametern in Zusammenarbeit mit Großlaboren:

  • Routineprogramm aller klinisch-chemischen Untersuchungen und Hämatologie
  • Stoffwechseldiagnostik in Zusammenarbeit mit dem Stoffwechselzentrum der Uni Heidelberg
  • Infektionsserologie und Diagnostik aller Art mit Schnelltestprogramm wie MRSA, Streptokokken, Noro- und Rotaviren
  • Entzündungswerte durch und CRP
  • Bestimmung von Medikamenten-/Drogenspiegel mit Gerinnung
  • Molekular- und Zytogenetik in Zusammenarbeit mit Universitätskliniken europaweit
  • Mikrobiologie, Bakteriologie und Parasitologie
  • Autoantikörper und Rheumaserologie
  • Allergologie/RAST

Die Schwerpunkte dieser Abteilung liegen bei:

  • Epilepsie-Erkrankungen, Anfällen, Absencen
  • Entwicklungsretardierungen
  • Verhaltensstörungen
  • Muskel- und Nervenerkrankungen
  • Stoffwechselbedingte Erkrankungen
  • Genetisch bedingte Erkrankungen

Kindergarten

Während der stationären Behandlung im Kinderzentrum besuchen alle Kinder im Alter von etwa zweieinhalb Jahren bis zum Schuleintritt den Kindergarten. In zwei Kleingruppen treffen jeweils 4 bis 6 Kinder mit unterschiedlichen Störungen, Entwicklungsstand und Förderbedarf aufeinander (sogenannte Inklusion aller Kinder). Eine Heilpädagogin und eine Erzieherin leiten die Gruppen und werden durch zwei MitarbeiterInnen im Freiwilligen Sozialen Jahr unterstützt.

Kindergartenarbeit bedeutet im KIZE:

  • Raum geben, um miteinander und voneinander zu lernen
  • Einen strukturierten Tagesablauf erleben, der Sicherheit vermittelt
  • In Bewegung und Spiel – drinnen und draußen – neue Erfahrungen sammeln und sich selbst entdecken
  • Gemeinschaft erleben – zusammen essen, singen, lachen

Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Beobachtung des Spiel- und Sozialverhaltens jedes einzelnen Kindes in einer natürlichen Alltagssituation der Kinder und der daraus folgenden individuellen Anleitung und Förderung. Die Beobachtungen sowie die Tätigkeit im Kindergarten werden in das gesamte Versorgungskonzept eingebracht und mit allen anderen am Kind beteiligten Berufsgruppen interdisziplinär koordiniert; daraus ergebende Ziele werden im Alltag und in der Gruppe trainiert. In der Eingewöhnungsphase können die Eltern ihr Kind begleiten und werden im Loslösungsprozess unterstützt. Beratung und Unterstützung erhalten die Eltern auch bei der Auswahl des geeigneten Kindergartens für ihr Kind. Der Austausch mit dem Heimatkindergarten ist dabei wichtig. Die enge Zusammenarbeit mit Therapeuten, Psychologen, Ärzten, sowie regelmäßige interdisziplinäre Besprechungen sind Voraussetzung für die ganzheitliche Förderung der Kinder.

Klinikschule

Die Private Schule für Kranke unterrichtet alle schulpflichtigen Kinder, die stationär im Kinderzentrum aufgenommen werden. Inhalte der schulischen Arbeit am Kinderzentrum sind neben der schulischen Lernstoffvermittlung:

  • die spezifische Beobachtung von Stärken, Schwächen bzw. Problemverhalten im sozialen Alltagsumfeld „Schule“
  • die besondere pädagogische Betreuung bei schweren Verhaltens- und Leistungsproblemen und bei Behinderungen aller Art
  • die regelmäßige Abstimmung der pädagogischen Maßnahmen mit den therapeutischen Interventionen im interdisziplinären Team

Ziele der schulischen Maßnahmen sind

  • der Erhalt und die Förderung des Bildungsstandes,
  • die Schaffung von positiven Erfahrungen bei schulischen Leistungen, z. B. bei Kindern mit Schulverweigerung oder nach langjähriger Überforderung
  • die Ermöglichung einer angemessenen schulischen Eingliederung, z. B. Wiederherstellung der Beschulbarkeit
  • die Wiedereingliederung in die Stammklasse oder
  • gegebenenfalls die Suche nach geeigneten häuslichen Beschulungsmöglichkeiten sowie Fördereinrichtungen.

Die Schüler werden in gemischten Kleingruppen von 3 bis 7 Kindern, zuweilen auch einzeln unterrichtet. Der Unterricht orientiert sich an den Bildungsplänen des Landes Baden-Württemberg. Es findet eine inklusive Beschulung statt, d. h. Kinder mit verschiedenen Behinderungen und Störungen werden in der gleichen Klasse unterrichtet. Bei der Art und dem Umfang des Lernens der Kinder und Jugendlichen wird die individuelle Leistungsfähigkeit berücksichtigt (individuelle Leistungsdifferenzierung). Sonderpädagogische Elemente werden individuell im Unterricht integriert. Besonderes berücksichtigt werden auch sport- und kunstpädagogische Aspekte. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Ärzten, Psychologen und Therapeuten im Kinderzentrum ist dabei die Grundlage für einen erfolgreichen Unterricht. Mit der Stammschule findet eine enge Zusammenarbeit und ein regelmäßiger Austausch statt.

Sozialdienst

Der Sozialdienst berät Eltern und Bezugspersonen individuell bei Fragen, Schwierigkeiten und Problemen, die sich in Verbindung mit der Krankheit oder Behinderung ihres Kindes ergeben. Inhalte der sozialpädagogischen Arbeit sind:

  • Pflegeversicherung – MitarbeiterInnen des Sozialdienstes informieren über die Voraussetzungen und Leistungen der Pflegeversicherung, wie beispielsweise das Pflegegeld, die Verhinderungspflege, die zusätzlichen Betreuungsleistungen oder die Kurzzeitpflege. Gegebenenfalls können die Eltern bei der Antragsstellung unterstützt werden.
  • Schwerbehindertenausweis – Schwerbehindertenausweis ist ein bundeseinheitlicher Nachweis über die Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch, der vom Versorgungsamt ausgestellt wird. In der Beratung wird erläutert, welche Merkzeichen bzw. Nachteilausgleiche es in Verbindung mit dem Ausweis gibt und wie diese beantragt werden können.
  • Entlastungs- und Unterstützungsmöglichkeiten – Eltern bzw. Bezugspersonen können sich über unterschiedliche Entlastungs- und Unterstützungsmöglichkeiten für ihre Familie informieren, wie z. B. Angebote der Lebenshilfe oder Ferien-, Freizeit- und Erholungsangebote. Bedarf werden Kontaktadressen und Informationen von Selbsthilfegruppen und/oder von Mutter-/Vater-Kind-Kuren mitgegeben.
  • Kontaktaufnahme mit Ämtern und anderen Institutionen – Für die optimale Betreuung der Kinder und Familien organisiert der Sozialdienst bei Bedarf „Runde Tische“. Hierbei kommen die das Kind betreffende Personen (Eltern, Lehrer, Jugendamtsmitarbeiter etc.) zum Austausch und für entsprechende Absprachen zusammen. Darüber hinaus nimmt der Sozialdienst in Absprache mit den Eltern auch mit verschiedenen Ämtern und Institutionen Kontakt auf, um die Familie zu unterstützen und für sie weitere Hilfen/Maßnahmen in die Wege zu leiten. Hierbei kann es z. B. um Familienhilfe, Tagesgruppen, Integrationshilfen, weitere spezielle Beratungsstellen usw. gehen.

Die Sozialpädagoginnen beschränken sich hier nicht nur auf die Vermittlung von Informationen, sondern leisten oft weitergehende Beratungen. Ferner wirken sie bei therapeutisch-pädagogischen Maßnahmen intensiv mit. Beispiele sind:

  • Anleitung von Eltern im Umgang mit sozialen Unterstützungssystemen (z. B. Akzeptanz von sozialpädagogischen Familienhilfeangeboten, Aufsuche von bestehenden Hilfeangeboten, Nutzung von Jugendhilfemaßnahmen)
  • Gesprächsgruppen mit Eltern zur Bewältigung der sozialen Probleme sowie im Umgang mit Behinderungen oder sonstigen speziellen Bedürfnissen des Kindes
  • Gesprächsgruppen mit Kindern oder Jugendlichen zur Stärkung der sozialen Kompetenz und des Selbstbewusstseins
  • Koordination und Unterstützung von erlebnispädagogischen Maßnahmen

Seelsorge

Die Arbeit im Kinderzentrum Maulbronn ist getragen vom Geist der christlichen Nächstenliebe. Sie geht von der unverlierbaren Würde des Menschen aus, die ihm von Gott zugesprochen wird. Deshalb ist das Angebot der Seelsorge eine unverzichtbare Unterstützung und Ergänzung des Behandlungsangebotes für die Kinder und ihre Familien.

Der Umgang mit der Erkrankung oder Behinderung eines Kindes wirft häufig die Frage nach der Tragfähigkeit des eigenen Glaubens auf. Im seelsorglichen Gespräch kann die eigene Glaubens- und Lebensgeschichte Raum finden, unabhängig von Konfessions- und Religionszugehörigkeit. Auf Wunsch wird auch Kontakt zu Geistlichen anderer Religionsgemeinschaften hergestellt.

Angebote der Seelsorge

Als Seelsorgerin begleitet Sabine Leibbrandt Kinder und ihre Familien, die als Patienten stationär oder ambulant ins Haus kommen, ebenso die MitarbeiterInnen des Kinderzentrums, die das Gespräch mit ihr suchen. Seelsorge findet z.B. in kurzen Gesprächen auf dem Flur oder in Form von vereinbarten Einzel- oder Gruppengesprächen statt. Im Klinikalltag findet sie aber auch andere Formen wie z.B. gemeinsames Singen, Spielen, Basteln, Filmabende, Spaziergänge oder Klosterbesuche. Zu den festen Angeboten gehören:

  • der Morgenkreis auf der Eltern-Kind-Station (täglich)
  • die Gute-Nacht-Geschichten auf der Kinderstation (wöchentlich)
  • „Fridolin vom Kize“, eine Kinderstunde für Kleine mit Eltern (monatlich)
  • Morgenandacht für Mitarbeitende (wöchentlich)

Darüber hinaus gibt es regelmäßig gottesdienstliche Angebote, bei denen alle willkommen sind

  • Gottesdienst für große und kleine Leute im Kinderzentrum (monatlich)
  • Kinderzentrumsgottesdienst mit der evangelischen Kirchengemeinde Maulbronn in der Klosterkirche (jährlich)

Pfarramt am Kinderzentrum

Pfarrerin Sabine Leibbrandt ist von der → Ev. Landeskirche Württemberg mit der Wahrnehmung der Seelsorge im Kinderzentrum beauftragt. Außerdem berät und unterstützt sie Eltern, Kolleginnen und Kollegen und Kirchengemeinden bei Fragen der Inklusion von Menschen mit Behinderung in das kirchliche Leben. Zu den weiteren Aufgaben des Pfarramtes gehört die Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen des Fördervereins→ Christophorushilfe e.V.. Die Pfarrerin steht für Führungen im Kinderzentrum, für Besuche z.B. von Konfirmandengruppen oder als Referentin für Gemeindegruppen zur Verfügung.

Als Diakoniepfarrerin im → Kirchenbezirk Mühlacker ist sie verantwortlich für die diakonische Arbeit im Kirchenbezirk und pflegt engen Kontakt mit dem → Diakonischen Werk der Würrtembergischen Landeskirche.

Kontakt

Pfarrerin Sabine Leibbrandt,
Theologin und Diplompsychologin

Evangelisches Pfarramt am Kinderzentrum Maulbronn
Klinik für Kinderneurologie und Sozialpädiatrie gGmbH
im Diakonischen Werk der Ev. Kirche in Württemberg
Knittlinger Steige 25/3
75433 Maulbronn

Telefon: 07043/16-184

→ E-Mail